ein Gastbeitrag von Sabine Olschner
Jahrelang habe ich in Ehrenfeld nur einen Steinwurf von der Nonni-Kirche am Nonniweg entfernt gewohnt, und nie habe ich mir Gedanken über den etwas putzigen Namen dieses Gotteshauses gemacht. Bis ich an ganz ungewohnter Stelle wieder auf den Namen Nonni stieß – und zwar im isländischen Akureyri. Erst glaubte ich an einen Zufall.
Aber ein Blick auf die Gedenkplatte vor der Statue des stattlichen Herrn zeigte, dass es sich um denselben Nonni handeln musste:
In Akureyri lebte nämlich der Jesuitenpater Jón Sveinsson – besser bekannt unter seinem Kosenamen Nonni, mit dem er auch als Kinderbuchautor berühmt wurde. „Nonni – Erlebnisse eines jungen Isländers, von ihm selbst erzählt“ sowie „Nonni und Manni“ (über seinen früh verstorbenen Bruder) sind nur zwei seiner insgesamt 13 Kinderbücher, die in über 30 Sprachen übersetzt wurden. Nachdem er bereits in Belgien, Holland, Dänemark, England und Österreich studiert und gearbeitet hatte, zog es den 79-Jährigen 1936 auf Weltreise.
Am 16. Oktober 1944 starb er schließlich in Köln und wurde auf dem Melaten-Friedhof begraben. In Köln-Ehrenfeld ist eine Straße nach ihm benannt – eben der oben genannte Nonniweg. Und es gibt dort den Nonnibrunnnen sowie den Nonni-Club der Kirchengemeinde, wo heute unter anderem ein Judoclub trainiert und Salsa getanzt wird. Jón Sveinsson hätte sich sicherlich darüber gefreut – seine Statue und sein hübsches Holzhaus in Akureyri, das mittlerweile zum Museum umgebaut wurde, machen auf jeden Fall den Eindruck, dass er ein sympathischer Zeitgenosse gewesen sein muss.Sabine Olschner ist freie Journalistin in Frechen. In ihrer Freizeit reist sie leidenschaftlich gerne. Dem Ehrenfeld-Reporter hat sie diesen Text sowie die Bilder aus Island mitgebracht.


2 Antworten bis jetzt ↓
1 Friederika Priemer // Mrz 29, 2010 at 01:34
Ich habe mich über diesen Artikel SEHR gefreut und würde gerne mit der Autorin in Kontakt treten.
Beste Grüße von einem sehr engagierten “Nonnifan” in Köln! Ich bin sehr daran interessiert, Nonni = Jón Svensson wieder bekannter zu machen. Besonders im Hinblick auf die Frankfurter Buchmesse in 2011, wo Island die Rolle des Gastlandes spielt…
2 admin // Mrz 29, 2010 at 12:57
Schön, dass unsere Gastautorin für so viel Freude sorgt. Ich leite die Kontaktdaten weiter.
Viele Grüße
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