Der Ehrenfeld-Reporter

Op jück: in der Müllverbrennungsanlage

25. Mai 2010 · kommentieren

Müllverbrennungsanlage in Köln

Müllverbrennungsanlage in Köln

Wenn in einem Satz die Wörter Müll und Köln fallen, so denken viele Bundesbürger an den Skandal, der bereits im letzten Jahrhundert begann, und über den die Republik noch immer den Kopf schüttelt. Schmiergelder sind damals wohl geflossen, die Anlage soll deutlich größer gebaut worden sein, als der Rat es beschlossen hatte, und das angeblich mit voller Absicht. Denn mit Müll lässt sich gutes Geld machen. In einer Ausgabe der Zeit von 2004 lässt sich die Geschichte nachlesen.

Heute macht die Restmüllverbrennungsanlage in Köln wieder Schlagzeilen. Regelmäßig einmal im Jahr muss sie nämlich ihre Emissionswerte veröffentlichen. Das sind die Werte, die den Schadstoffausstoß in Zahlen fassen. Und dabei ist Köln vorbildlich. Bisher blieben die Emissionswerte nämlich immer weit unter den gesetzlichen Vorgaben. Das führt dazu, dass häufig Vertreter anderer Länder in die Restmüllverbrennungsanlage reisen, um sich dort über die Vorgehensweise und die Gegebenheiten zu informieren.

Emissionswerte der Müllverbrennungsanlage in Köln

Emissionswerte der Müllverbrennungsanlage in Köln

Auch die Öffentlichkeit ist in der Geestemünder Straße 23 herzlich willkommen. Gruppen können dort eine Besichtigung buchen, Einzelbesucher sich auf eine Liste setzen lassen. Die Tour durch die Anlage der AVG dauert etwa eineinhalb Stunden. Vertreter der Abfallverwertungsgesellschaft diskutieren mit den Besuchern und zeigen ihnen den Weg, den der Müll durch die Anlage nimmt: von der Anlieferung per Lastwagen oder Zug über die Aufbereitung bis zur Verbrennung. Dabei sehen die Gäste unter anderem einen Müllbunker, einen Kessel sowie die Leitwarte.

Die AVG versucht zusätzlich über andere Wege die Öffentlichkeit für sich zu gewinnen. So gibt es dort regelmäßig Ausstellungen und Kulturveranstaltungen. Am 1. Juli beispielsweise spielt Scherbenmeer Lieder von Rio Reiser beim Treff am Ofen.

Der Ehrenfeld-Reporter war wieder einmal op jück und hat sich angeschaut, was mit seinem Müll passiert, und wie’s in der Müllverbrennungsanlage aussieht.

Text und Video: Bettina Blaß

Tags:


Teilen Tweet das

Hinterlasse einen Kommentar