Der Ehrenfeld-Reporter

Spaziergang auf Melaten

5. Mai 2010 · 1 Kommentar

Mosaik auf Melaten

Mosaik auf Melaten

Mit seinen hohen Bäumen gleicht der schönste Friedhof in Köln, Melaten, eher einem ruhigen, besinnlichen Park, als einem Friedhof. Kein Wunder, dass man dort neben den Hinterbliebenen auch immer viele andere Besucher trifft. Speziell an den Wochenenden führen mehrere Anbieter ganze Gruppen über den Friedhof, immer darauf bedacht, die schönsten oder die originellsten Gräber zu zeigen.

Doch Melaten besuchen auch viele Touristen, die die letzten Ruhestätten verstorbener prominenter Kölner sehen wollen: Willi Millowitsch liegt hier, der Politiker Hans-Jürgen Wischneski, oder die Familie Farina, die das Kölnisch Wasser erfunden hat. Außerdem trifft man auf Namen wie Willi Ostermann, Früh oder Reissdorf – für Ortsunkundige möglicherweise Namen ohne Bedeutung. Der Kölner bringt damit sofort Karnevalslieder und Kölsch in Verbindung. Eine Übersicht der Promi-Gräber bietet Wikipedia.


Bildergalerie: Melaten-Friedhof
Bildergalerie Melaten
Zum Anschauen bitte das Bild klicken.

Insgesamt gibt es auf Melaten rund 55.000 Gräber. Neben ganz normalen Bürgern und den Promis liegen hier auch weniger bekannte Schauspieler, Publizisten, Rennfahrer, Weltreisende und viele ehemalige Oberbürgermeister der Stadt. Selbst wer einen Monat lang jeden Samstag an einer Führung von zweieinhalb Stunden auf dem Friedhof teilnimmt, hat danach trotzdem nur einen kleinen Ausschnitt der Fülle an Gräbern gesehen.

Der Name “Melaten” leitet sich übrigens vom französischen Wort “malade” ab – also “krank”. Denn bevor Melaten zum Friedhof wurde, war es ein Platz weit vor den Kölner Stadtmauern, an den Leprakranke geschickt wurden. Erst in der französischen Besatzungszeit veranlasste Napoleon, dass Tote nicht länger in der Stadt begraben werden durften. So wurde aus dem Leprosenheim schließlich der Friedhof.

Da der Melaten-Friedhof im Juni sein 200. Jubiläum feiert, widmet der Ehrenfeld-Reporter ihm ein Spezial aus mehreren Teilen mit vielen Bildern, die einen kleinen Eindruck davon geben sollen, wie schön und vielfältig dieser Platz ist. Zwar gehört er streng genommen zum Stadtteil Lindenthal, aber er grenzt an Ehrenfeld an. Das sollte Berechtigung genug sein, auf dieser Seite über ihn zu berichten.

Zu den anderen Teilen gelangen Sie hier.

Bilder und Text: Bettina Blaß

Tags:


Teilen Tweet das

1 Antwort bis jetzt ↓

Hinterlasse einen Kommentar