Zum zweiten Mal findet am 9. Juli die Nacht der Technik in Köln statt. Der Ehrenfeld-Reporter hatte heute Vormittag, die Möglichkeit, in vier Stationen hinein zu schnuppern:
Motair Turbolader sitzt in der Widdersdorfer Straße. Alte Turbolader beispielsweise aus Schiffen, Bussen oder Lastwagen werden hier generalüberholt. Dazu zerlegen Mitarbeiter sie zunächst in ihre Einzelteile. Diese werden gereinigt und vermessen, wiederaufgebaut und schließlich in einer besonderen Maschine getestet: Sie müssen 270.000 Drehungen pro Minute aushalten, bevor sie in ein Auto eingebaut werden. Das wird bei der so genannten Hochgeschwindigkeitswuchtung überprüft. Bei Motair wird es im Juli eine Station geben, an der die Besucher selbst einen Teil des Arbeitsprozesses ausprobieren können.
Bei Coca-Cola in Köln-Ossendorf. Ein kurzer Video-Einblick.
Eine weitere Station bei der Nacht der Technik liegt in Ossendorf, einem Stadtteil, der zum Stadtbezirk Ehrenfeld gehört: die Coca-Cola Abfüllung in der Mathias-Brüggen-Straße. Wer eine Führung durch die Anlage möchte, muss ein Sonderticket online kaufen. In Ossendorf füllt Coca-Cola beispielsweise Sirup für Schnell-Imbiss-Restaurants ab, der dann vor Ort nur noch mit Wasser verdünnt wird. Doch hier kommen auch gebrauchte Flaschen an. Sie werden zunächst sortiert und durch eine Schnüffelmaschine geleitet. So prüft das Unternehmen, ob in der Flasche etwas anderes als ein Getränk aus dem Hause Coca-Cola war – beispielsweise Benzin. Solche Flaschen werden vernichtet, der Abfall von anderen Firmen zum Beispiel zu Teppichboden verarbeitet. Brauchbare Flaschen säubert die Anlage, bevor sie gefüllt werden. Coca-Cola arbeitet in Ossendorf auf 70.000 Quadratmetern. Im Lager stehen 800.000 Kisten, die innerhalb von drei Tagen aufgebraucht sind, wenn es heiß ist, ein Feiertag oder eine Sportveranstaltung bevorstehen.
Nicht in Ehrenfeld, aber in Braunsfeld und damit nah dran, sitzt GS1. Das Unternehmen entwickelt unter anderem die notwendigen Technologien, damit Strichcodes im Supermarkt gelesen werden können. Hier werden die Besucher in einen Schauraum geführt. Multimedial wird ihnen der Weg erklärt, den beispielsweise eine Flasche von der Füllanlage bis zum Pfandautomaten zurücklegt.
Nah bei GS1 hat die KVB ihre Leitstelle. Sie ist in einem erdbebensicheren Gebäude untergebracht. Drinnen gibt es das gesamte Kölner U-Bahn-Netz auf einen Blick. Aus diesem Raum werden unter anderem Störungen an die Passagiere weitergegeben, Unfall- oder Notrufe der Fahrer oder der Fahrgäste gehen hier ein. Diplom-Ingenieurin Thabea Müller, Hochschulreferentin Technik an der Fachhochschule Köln und Projektleiterin der Nacht der Technik: “Jedes KVB-Fahrzeug legt im Jahr eine Strecke zurück, die einer dreimaligen Erdumrundung entspricht. Da Technik von Menschen gemacht wird, ist doch klar, dass dabei auch einmal Fehler auftreten.”
Weiterführende Informationen
An der Nacht der Technik nehmen insgesamt 45 Unternehmen teil. Tour 1 führt zu einigen Ehrenfelder Firmen. Die Veranstalter wollen unter anderem auf Megatrends am Arbeitsmarkt hinzuweisen. Peter Welters von der Agentur für Arbeit in Köln, die sich an der Nacht der Technik beteiligt, verdeutlicht, dass durch den Wandel von der Dienstleistungs- zur Informationsgesellschaft bis zum Jahr 2020 laut einer Studie Akademikermangel herrschen wird – und zwar besonders bei den Ingenieuren. Mit der Nacht der Technik soll darum darauf aufmerksam gemacht werden, wo Jugendliche welche Chancen haben. Doch auch Erwachsene will die Veranstaltung ansprechen: “Technik betrifft schließlich jeden”, sagt Thabea Müller. Und am 9. Juli haben die Kölner darum die Möglichkeit, einen Blick hinter die Firmen-Kulissen zu werfen.
Tickets gibt es unter www.koeln-ticket.de, das vollständige Programm bei http://www.nacht-der-technik.de/Programm.
(Bettina Blaß)






1 Antwort bis jetzt ↓
1 Auf den Spuren der Technik // Jul 10, 2010 at 14:03
[...] GS1, geht es um das Thema Strichcode und Funketiketten. Darüber hat der Ehrenfeld-Reporter schon früher berichtet. Bei Prokoda, Stollberger Straße in Braunsfeld, geht es um Viren, Trojaner und Hacker. Nach kurzer [...]
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